Polier Tagebuch

Bauprogramm für kleine Firmen: Warum ich mich gegen teure Software entschied

Bauprogramm für kleine Firmen: Handwerker-Software und Bautagebuch-App im Baumanagement-Vergleich auf der Baustelle

Der Klapptisch im Bauwagen wackelt, während ich mit dem Daumen den letzten Aufmaß-Wert ins Handy tippe, die Wasserwaage daneben hält den Stapel Baupläne fest, den sowieso keiner mehr braucht. Genau in diesem Moment merke ich wieder, warum ich mich gegen die große Handwerker-Software mit allen Schikanen entschieden habe: Ein Baumanagement-Programm, das auch Statik rechnet und Drohnenbilder verarbeitet, brauche ich nicht. Gebraucht wird ein Werkzeug, das ich mit dreckigen Fingern bedienen kann, ohne dass mir der Akku oder die Geduld ausgeht.

Bevor es weitergeht, ein kurzer Hinweis: In den nächsten Abschnitten verlinke ich Bausoftware, die ich selbst auf meinen Baustellen zwischen Offenburg und Wolfach eingesetzt habe. Klickst du drauf und kaufst am Ende etwas, bekomme ich eine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts. Verlinkt wird hier nur, was bei mir wirklich im Bauwagen gelandet ist, nicht was mir irgendein Vertriebler schönredet.

Digitaler Polier statt Software-Monster: zwei Wege für kleine Betriebe

Zwei Wege liegen vor jedem Polier, der sein Papier-Chaos beenden will: der große, alles könnende Anbieter oder das schlanke Werkzeug für das Nötigste. Die großen Softwarehäuser kommen mit Paketen an, die von der Statik-Berechnung bis zur automatischen Drohnen-Vermessung alles abdecken, Einrichtung oft fünfstellig, dazu monatliche Gebühren, bei denen mir schwindelig wird. Für einen Betrieb wie meinen, drei Mann, zwei bis drei Baustellen parallel, ist das, als würde man mit einem Schwerlaster zum Brötchenholen fahren.

Genauso deutlich ist die Meinung von Benno Rüb, einem selbständigen Zimmerer aus dem Nachbardorf, mit dem ich donnerstags oft am Stammtisch sitze. Der Benno glaubt keinem Versprechen, das ein Softwareanbieter macht, bevor er es nicht selbst auf einer Baustelle gesehen hat. Diese Haltung hat mich bestärkt: Gesucht war kein Programm mit Modulen, die ich nie anfasse, sondern eines, das genau die zwei, drei Dinge kann, die jeden Tag anfallen.

Was muss ein Bauprogramm für einen 3-Mann-Betrieb eigentlich können?

Reduziert auf die Basics heißt Bauprogramm für mich: Bautagebuch, Aufmaß und Stundenzettel, alles am Handy, alles auch mit schwachem Netz nutzbar. Genau deshalb bin ich bei einer schlanken Bautagebuch-App wie dem Bauprogramm [Mein Tool im Test] gelandet, statt bei einem der großen Pakete. Kein Informatikstudium nötig, keine mehrtägige Schulung, nur ein Werkzeug, das genau das macht, wofür es gebraucht wird. Ganz ohne Fluchen geht die Ersteinrichtung trotzdem nicht: Bis alles so sitzt, wie ich es brauche, dauert es eine Weile, in der man schon mal kurz ans Aufgeben denkt.

Wie ich das Bautagebuch digital führen im Alltag konkret umsetze, hab ich in einem anderen Eintrag schon mal aufgeschrieben. Wichtig ist mir dabei vor allem, dass die Dokumentation nach VOB/B nachvollziehbar bleibt, mit Foto und Zeitstempel, falls der Architekt später behauptet, wir hätten die Abdichtung vergessen. Die Pflicht zum Bautagebuch gilt ohnehin für größere Vorhaben, aber auch im kleinen Betrieb macht ein sauberes digitales Protokoll das Leben leichter, sobald Streit über eine Leistung aufkommt.

Digitale Bautagebuch-App fürs Baumanagement auf dem Smartphone auf der Baustelle

Beim Aufmaß zeigt sich der Unterschied am deutlichsten

Am deutlichsten wird der Unterschied beim Aufmaß. Früher bin ich mit dem Klemmbrett über die Baustelle gerannt, habe alles notiert und am Ende versucht, meine eigene Klaue in einer Excel-Tabelle im Büro zu entziffern. Mit dem Bauprogramm nehme ich das Maß direkt am Handy, tippe es ein, hänge ein Foto dran, fertig – die Excel-Nacharbeit fällt fast komplett weg. Wie das digitale Aufmaß im Detail funktioniert, wo es Grenzen hat und wo es wirklich Zeit spart, ist eigentlich schon wieder ein eigenes Thema für sich.

Tablet mit Aufmaß-Software für den digitalen Polier im Baustellenfahrzeug bei Regen

Ein Trello-Board und ein skeptischer Zimmerer

Nicht jedes einfache Tool hält, was es verspricht, das gilt für kostenlose Lösungen genauso wie für die teuren Pakete. Für die Aufgabenverteilung unter meinen drei Leuten hatte ich mal ein Trello-Board aufgesetzt, einfach weil es nichts kostete und im Netz jeder davon schwärmt. Schon nach kurzer Zeit hatte es keiner meiner Jungs mehr angeklickt, zu viele Spalten, zu wenig Baustelle. Mein älterer Geselle hat nur gegrinst und gemeint, der Bleistift schreibe auch im Dunkeln.

Was dagegen ohne Murren hängen geblieben ist: dass ich die Bilder auf der Baustelle sortiere, direkt in der App statt in einem digitalen Zettelkasten voller unbenannter Fotos. Genau da liegt für mich der Unterschied zwischen einem Tool, das ein echtes Problem löst, und einem, das nur eine hübsche Oberfläche über ein Problem legt, das gar nicht meins ist.

Am Freitag entscheidet sich, ob ein Tool im Alltag hält

Ohne Netz nützt die beste Oberfläche nichts, genau daran scheitern viele Tools im Schwarzwald, weil zwischen den Bergkuppen oft kein Empfang ankommt. Reinmar Bösch, ein Polier aus dem Kinzigtal, der einmal über das Kontaktformular den Kontakt zu mir gesucht hat, fragt bei jedem neuen Tool als Erstes nach der Offline-Funktion, bevor er sich überhaupt den Rest anschaut. Meistens hat er damit recht, denn genau da trennt sich brauchbar von unbrauchbar.

Freitagmittags tippe ich die Stunden meiner drei Jungs noch direkt auf der Baustelle ins Handy, ohne dafür extra ins Büro zu fahren, kein Papierzettel, der bis Montag irgendwo im Auto verschwindet. Auch das Bauprogramm punktet für mich genau hier: bei den Dingen, die jede Woche wirklich anfallen, nicht bei denen, die auf der Verkaufsfolie gut aussehen. Wer wie ich seine Stundenzettel digital erfassen will, merkt schnell, dass solche kleinen Handgriffe den Unterschied machen, nicht die große Featureliste.

Andere Baustellen-Themen laufen bei mir noch anders: Mängel dokumentiere ich mittlerweile strukturiert in der App statt über verstreute Chat-Nachrichten, die Bauzeitenplanung für mehrere Gewerke mache ich bei unserer Betriebsgröße noch von Hand, und Nachträge tippe ich zwar direkt ein, aber ein eigenes digitales Nachtrags-Management wäre für einen 3-Mann-Betrieb schon fast übertrieben.

Wann lohnt sich die große Lösung – und wann nicht?

Für Betriebe mit eigener IT, mehreren Bauleitern und einem Dutzend Gewerken parallel kann sich ein großes Komplettpaket lohnen, weil sich die aufwendige Einrichtung dort rechnet, sobald ständig neue Module dazukommen. Kleine Teams wie meins, drei Mann, zwei bis drei Baustellen, fahren mit einem schlanken Werkzeug besser, das Bautagebuch, Aufmaß und Stundenzettel abdeckt und sonst nichts verspricht. Bevor du dich für die eine oder andere Richtung entscheidest, frag dich einfach, wie viele der großen Zusatzfunktionen du in den nächsten Jahren wirklich anfassen würdest, bei den meisten kleinen Betrieben bleibt die Antwort ernüchternd kurz.

Wenn du wie ich zwischen Papierkram und XXL-Software stehst: Schau dir ein schlankes Bauprogramm in Ruhe an und teste es auf einer echten Baustelle, nicht am Küchentisch. Der Unterschied zeigt sich sowieso erst mit dreckigen Fingern und Regen auf dem Display.

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Bauprogramm [Mein Tool im Test]

Vorteile

  • ● Bautagebuch lässt sich direkt am Handy auf der Baustelle führen
  • ● Foto-Anhang sorgt für rechtssichere Dokumentation (VOB/B)
  • ● Aufmaß-Modul spart massiv Zeit bei der Excel-Nacharbeit
  • ● Günstiges Abo-Modell ohne hohe Vorab-Investition

Nachteile

  • ▹ Einrichtungszeit in den ersten 14 Tagen ist recht intensiv
  • ▹ Erfordert Disziplin bei der Dateneingabe mit 'dicken Fingern'
  • ▹ Ältere Mitarbeiter brauchen eine Weile zur Umstellung
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