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Bilder auf der Baustelle sortieren: So finde ich jedes Foto sofort wieder

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Bilder auf der Baustelle sortieren: Fotodokumentation und Bautagebuch schnell wiederfinden

Nasses Druckerpapier wellt sich, sobald es eine Nacht auf der Baustelle liegt, und lässt sich danach kaum noch vernünftig abheften. Genau daran hängt für mich das ganze Thema Fotodokumentation auf dem Bau. Wer wie ich zwei bis drei Baustellen gleichzeitig schaukelt, macht locker ein paar hundert Fotos im Monat, und ohne festes System findest du nach drei Tagen kein einziges davon wieder. Die Antwort, die bei mir funktioniert: Ein Foto braucht seine Projekt- und Kategorie-Zuordnung in dem Moment, in dem es entsteht, nicht erst am Feierabend. Alles andere rächt sich spätestens beim nächsten Streit mit dem Architekten oder beim Bautagebuch, das am Sonntag fertig sein soll.

Warum die Handygalerie für die Fotodokumentation nicht reicht

Die normale Kamera-App und die private Galerie sind für uns Poliere reiner Selbstmord auf Raten. Sobald private Schnappschüsse und Baustellenfotos im gleichen Ordner landen, ist Ärger vorprogrammiert – niemand will beim Zeigen eines Mangels plötzlich das Bild vom letzten Grillabend vor der Nase haben. WhatsApp ist praktisch, um dem Chef kurz zu sagen, dass der Kies geliefert wurde, aber als Archiv taugt der Dienst nichts: Bilder werden komprimiert, Verläufe wachsen unübersichtlich, und irgendwann ist ein Chat gelöscht und der Beweis mit ihm.

Bei einer strittigen Abdichtung habe ich das schmerzlich gemerkt. Das passende Bild lag zwar irgendwo in einem Chatverlauf, aber es hat Stunden gedauert, es überhaupt wiederzufinden, während der Kunde am Telefon schon ungeduldig wurde. Hätte ich das Foto sofort griffbereit gehabt, wäre die Diskussion in zwei Minuten erledigt gewesen.

Schmutzige Arbeitshand hält Smartphone mit sortierter Fotodokumentation der Baustellenfotos

Der Excel-Versuch, der auf der Baustelle immer wieder gescheitert ist

Bevor ich auf feste Apps umgestiegen bin, hatte ich eine Excel-Tabelle auf dem Büro-Laptop, in der Fotos den einzelnen Bauabschnitten zugeordnet werden sollten. Am Schreibtisch klang das clever. Auf der Baustelle war der Laptop aber offline, also musste ich Bilder erst vom Handy auf einen Stick ziehen, zu Hause in einen Ordner packen und danach mühsam in die Tabelle eintragen – ein ständiges Hin- und Herkopieren, bei dem laufend Zuordnungen verloren gingen oder an der falschen Stelle landeten.

Am Ende habe ich mich mit dem Sortieren mehr abgerackert als mit dem eigentlichen Dokumentieren, und genau da wurde mir klar: Eine Lösung, die auf der Baustelle offline nicht funktioniert, bringt mir nichts, egal wie durchdacht die Tabelle am Schreibtisch aussieht. Das Thema Offline-Fähigkeit auf der Baustelle ist inzwischen ein eigenes Kapitel für sich, aber schon dieser gescheiterte Excel-Versuch hat mir gezeigt, wie wichtig das ist.

Was zählt vor Gericht oder beim Architekten als Beweis?

Ein Subunternehmer behauptete einmal steif und fest, er habe ein bestimmtes Leerrohr in der Wand verlegt, bevor betoniert wurde. Nachdem der Beton hart war, kam das Rohr oben nicht mehr raus, und die Schuld sollte natürlich bei meinen Jungs liegen, die es angeblich beim Rütteln verschoben hätten. Dafür sorgte mein robustes Tablet für die Baustelle aus einem früheren Beitrag: drei Klicks, und ich hatte das Bild vom Tag vor dem Betonieren parat – klar zu sehen, dass an der Stelle kein Rohr lag. Der Sub hat geschluckt, sich entschuldigt und das Aufstemmen auf seine Kappe genommen.

Für so einen Fall zählt am Ende nur eins: Foto, Datum, Projekt und, wenn möglich, der Zollstock als Maßstab – alles andere ist Diskussion ohne Beweis. Wer sein Bautagebuch sauber führen will, sollte das Foto-System als festen Teil davon mitdenken, auch wenn eine ordentliche Bautagebuch-Pflicht nochmal ein eigenes Kapitel für sich ist.

Tablet auf Ziegelsteinen zeigt dokumentiertes Fundamentfoto als Beweis in der Fotodokumentation

Automatische Projekt-Zuordnung per Geotagging

Über Geotagging ordnet meine App Bilder inzwischen von selbst dem richtigen Projekt zu, weil sie erkennt, auf welcher Baustelle ich gerade stehe. Die App meldet dann sinngemäß, dass ich beim aktuellen Projekt bin, und ich muss nur noch die passende Kategorie antippen. Das geht schneller, als eine Zigarette anzuzünden, und erspart jede Menge Tipparbeit mit dreckigen Fingern.

Wie sortiere ich Fotos, ohne lange zu tippen?

Fotografiert wird bei mir nie über die normale Kamera, sondern direkt in der Bau-App, damit das Bild gar nicht erst zwischen private Urlaubsfotos rutscht. Statt einen Ordnernamen wie 'Baustelle Maier Keller Bewehrung' zu tippen, tippe ich auf vorgefertigte Kategorien – Bewehrung, Abdichtung, Elektro, Mangel – das reicht für so gut wie jeden Fall auf der Baustelle. Früher dachte ich, ich brauche dafür eine Software für zehntausend Euro, aber warum ich mich gegen den teuren Kram entschieden habe, hatte ich schon in meinem Beitrag über Bauprogramm für kleine Firmen beschrieben.

Bei wichtigen Details lege ich zusätzlich immer einen Zollstock daneben, seit ich mir beim Hagebaumarkt in Schramberg extra einen auffällig orangen Zollstock geholt habe, den ich nur für Fotos benutze. Ein Foto ohne Maßstab ist vor Gericht oder beim Architekten oft nichts wert. Wird es komplizierter, nutze ich die Diktierfunktion und spreche kurz rein, was auf dem Bild zu sehen ist, gerade wenn du Mängel auf der Baustelle dokumentieren musst, ohne stundenlang zu tippen.

Mängel-Dokumentation mit Zollstock und Smartphone für ein lückenloses Bautagebuch

EXIF-Daten: Warum Datum und GPS im Foto selbst stecken müssen

Jedes Smartphone speichert heute automatisch Aufnahmedatum und GPS-Koordinaten im EXIF-Header jedes Fotos – das sind die Metadaten, die im Bild selbst mitgespeichert werden. Für eine rechtssichere Fotodokumentation auf der Baustelle ist entscheidend, dass diese Angaben erhalten bleiben und keine App sie beim Hochladen oder Komprimieren überschreibt. Ähnliche Datenprobleme kenne ich vom digitalen Aufmaß mit Excel und Handy, das ist aber nochmal ein eigenes Thema.

Der Sonntagabend, an dem nichts mehr zu sortieren war

Mittlerweile sitze ich abends mit einem kühlen Bier am Tisch, und die Fotos der Woche liegen bereits fertig einsortiert in der App, noch bevor ich überhaupt ans Aufräumen denke. Das hätte ich mir am Anfang der Digitalisierung meiner Fotodokumentation nicht träumen lassen.

Die Zeit, die ich früher mit Suchen verbrannt habe, verbringe ich heute lieber mit einem Kumpel, der jedes Wochenende mit dem Mountainbike auf dem Schluchtensteig unterwegs ist, oder einfach mit den Füßen hoch. Für andere Themen wie Bauzeitenplanung, Stundenerfassung oder das Erfassen von Nachträgen gilt für mich derselbe Grundsatz: Ein System bringt nur etwas, wenn es auf der Baustelle mit kalten Fingern funktioniert und nicht nur am Schreibtisch. Diese Art von Polier-Tipps kostet dich am Anfang etwas Überwindung, aber ein Foto mit Zollstock und Kategorie ist am Ende mehr wert als jede nachträgliche Erklärung.

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